Schutz vor Überschuldung: Die aufladbare Visakarte
In Zeiten des bequemen Online-Shoppings ist eine Kreditkarte fast unverzichtbar. Gerade beim Einkauf bei ausländischen Online-Shops bleiben einem keine anderen Zahlungsmöglichkeiten als die Plastikkarte.
So praktisch die Kreditkarte auch ist: Die Nutzung einer solchen Karte ist nicht ganz risikofrei und längst nicht jeder Kunde erhält von seiner Bank eine herkömmliche Kreditkarte. Wie der Name des weltweit anerkannten Zahlungsmittels bereits verrät, kauft man damit etwas auf Kredit. Der entsprechende Betrag wird meist Wochen später vom Girokonto des Karteninhabers abgebucht. Hierbei können meist auch Raten vereinbart werden, sodass größere Beträge meist über mehrere Monate hinweg abbezahlt werden. Die Gefahr, die bei diesen Kreditkäufen besteht, liegt auf der Hand: Da nicht sofort der gesamte Betrag fällig wird, sondern oft kleinste Raten bezahlt werden können, überschätzt so mancher seine Kaufkraft und tappt in die Schuldenfalle. Nach und nach steigen die monatlichen Raten – und können irgendwann nicht mehr beglichen werden. Die Karte wird gesperrt und zusätzliche Kosten fallen an.
Seit einiger Zeit sind sogenannte Prepaid-Kreditkarten erhältlich, die auch jenen Bankkunden ausgestellt werden, die keine herkömmlichen Kreditkarten erhalten. Eine solche Kreditkarte funktioniert wie die bekannte Prepaidkarte für das Handy: Der Karteninhaber muss die Karte vor dem Einsatz aufladen. Der gewünschte Betrag wird per Banküberweisung auf das entsprechende Kreditkartenkonto überwiesen und ist danach auf der Karte verfügbar. Der eindeutige Vorteil einer solchen Karte ist, dass keine Gefahr der Überschuldung mehr besteht. Käufe auf Kredit sind nicht möglich, ebenso kann der Karteninhaber nicht den Überblick über die zu zahlenden Raten verlieren. Und ebenso wie ihre große Schwester ist auch die aufladbare Visakarte weltweit einsetzbar. Mit einer solchen Karte ist es nun jedem möglich, auch die Angebote von Onlineshops in Anspruch zu nehmen, die zwingend mit einer Kreditkarte bezahlt werden müssen.
Vor der Anschaffung einer Prepaid-Visakarte sollten Preise und Konditionen verschiedener Anbieter genau geprüft und verglichen werden. Bei den Jahresgebühren und auch den Gebühren für Aufladungen und Abhebungen können durchaus beträchtliche Unterschiede bestehen. Aufladbare Kreditkarten werden häufig von Jugendlichen genutzt. Viele Online-Angebote von Spieleherstellern können nur genutzt werden, wenn bei der Anmeldung Kreditkarten-Daten angegeben werden. Da Minderjährige generell keine Kreditkarten von den Banken erhalten, sind die speziellen Kreditkarten auf Guthabenbasis eine praktische Alternative für die jungen Nutzer. Inwieweit sich die jeweiligen Gebühren dann lohnen, muss der Einzelne für sich selbst entscheiden. Generell stehen Eltern hier auf der sicheren Seite, da ihre Kinder nur über das Geld verfügen können, das zuvor eingezahlt wurde. Doch trotz des risikofreien Umgangs mit solchen Prepaid-Karten sollten Eltern ihren Kindern frühzeitig den Umgang mit Geld erklären und näherbringen und sich nicht nur auf die guthabenbasierte Zahlungskarte ihrer Sprösslinge verlassen.
23.08.2010